Day 12

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Heut haben wir China wieder verlassen. Der Puls stieg kurz an, als der chinesische Zöllner uns unsere  Motorräder nicht aushändigen wollte, welche nun eine Woche im Grenzgelände standen. Dies war zum Glück nur ein Missverständnis. Er dachte, wir wollten die Ware ohne Papiere nach China importieren. Eine Passantin half bei der Sprachbarriere. Ruck-zuck konnten wir China verlassen. Am mongolischen Zoll war fast schon zu erwarten, dass unser falsch ausgestelltes 400er Papier Probleme machen wird. Aber wir hatten einen Joker. Ein Telefonat genügte und unser Zollofficer erklärte wie es läuft. Ohne Rückfragen bekamen wir ein kostenloses Transitpapier. Wir waren wie im nu zurück in der Mongolei und hatten sogar Zeit einige Kilometer zurück zu legen.
Zum Ende unserer Zeit in China nun ein Resümee:
Chinesen sind megafreundlich und äußerst hilfsbereit. Allerdings verhalten sie sich in Gruppen wie ein Fischschwarm. Das anstehen an der Passkrolle machte ein paar Chinesen recht nervös. Ein Teil der Gruppe rannte an uns vorbei, der Rest musste sich leider hinter uns anstellen. Eine ganze Handvoll schaffte es tatsächlich sich dennoch mit verschiedensten Tricks an uns vorbei zu drängeln. Erst als wir deutlich sagten, dass nun Schluss sei, ließen sie ab.
Das „Wir“ wird in China wird groß geschrieben. Im Kollektiv wird Morgens und Abends an öffentlichen Plätzen getanzt und was für die Fitness getan. Das find ich wirklich toll. Es scheint mir aber so, dass das Individuum nicht gewollt ist. Es fehlt enorm an Kreativität. In einer Straße macht einer ein Laden auf. Kurze Zeit drauf sind in der gleichen Straße 10 Läden die alle samt die gleiche Ware verkaufen. In der nächsten Straße stellt einer ein paar Stühle vor seinem Laden auf. Die gute Idee wird von Kunden gut angekommen. Flux, seine direkten 5 Nachbarn stellen auch Stühle hinaus. Das gleiche mit den Würstchenbuden. 1 Dutzend Verkaufsbuden die alle das gleiche anbieten und vor allem alle nebeneinander stehen.
Die Innenstädte sind sehr ordentlich, aufgeräumt und sauber. Nachts blinkt und funkelt es überall, in allen Farben. Es gibt aber auch eine Kehrseite der Medaille. Auf dem Land liegt Schrott am Straßenrand. Die Höfe der Reifenflicker und Schrauberbuden sind so schwarz, dass man davon ausgehen muss, dass der Ölwechsel direkt in Sand gemacht wird. Müll entsorgen, einfach da wo man steht.
Die Volksrepublik China ist ein totalitärer Staat. Alles was nicht ausdrücklich erlaubt ist, ist verboten. Die Polizei duldet trotz Verbot vieles. Aber das liegt wohl eher daran, dass sie Angst haben was falsch zu machen. Nach dem Motto, wer nix macht, macht keine Fehler. Kameras überall, Passkontrolle im Hotel, am Bahnhof und in der Bank sowieso. Sämtliche für uns gängigen Internetseiten sind in China erstmal verboten oder nicht erreichbar.
Wir sind froh die Erfahrung persönlich gemacht zu haben. Die Dosis China reicht aber völlig.
Schön nun die Stille der Wüste genießen zu dürfen.

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